Minister Meyer lässt Sauen Ferkel legen

Christian Meyer

Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer ist ein viel beschäftigter Mann, ständig unter Druck. Und in dieser Situation sagte der Grüne vor zwei Wochen im Radio einen merkwürdigen Satz: Einige Halter würden ihren Schweinen Hormonpräparate geben, „damit die Sauen die Ferkel zur gleichen Zeit legen.“ Großes Gejohle bei der Opposition, schließlich heißt der Geburtsvorgang bei Schweinen „werfen“ und das Ergebnis ist ein Wurf Ferkel. Die CDU stellte daher prompt im Landtag die Frage: „Weiß der Landwirtschaftsminister, dass Schweine keine Eier legen?“


So weit, so absurd. Doch richtig seltsam wird die Angelegenheit durch die Antwort der niedersächsischen Landesregierung. Denn anstatt sich einfach für einen Versprecher des Ministers zu entschuldigen, erklärt das Landwirtschaftsministerium allen Ernstes, dass der Begriff „Ferkel legen“ richtig und eigentlich sogar viel besser sei. Begründung: Beim „Legen“ werde etwas in eine ruhige, waagerechte Lage gebracht. Laut „Duden online“ bedeute dagegen „werfen“, dass etwas mit schwungvoller Bewegung beschleunigt werde und dann durch die Luft fliege. „Insofern beschreibt das Verb ‚legen‘ besser als das Verb ‚werfen‘ diesen Vorgang des Gebärens in der Sauenhaltung“, schreibt das Ministerium. Man könne die Opposition beruhigen: „Eine Verbrauchertäuschung liegt nicht vor.“
Donnerwetter! Jahrhunderte lang wurden Ferkel geworfen, jetzt werden sie gelegt – da sage noch einer, die sanfte Agrarwende wirkt nicht. Das nennen wir doch mal einen ganz großen Wurf.

7 Gedanken zu „Minister Meyer lässt Sauen Ferkel legen

  1. Göckeritz

    Warscheinlich ist der Minister so mit „Bauern legen“ beschäftigt, dass er durcheinander gekommen ist. Die Begründung aus seinem Haus ist peinlich! (Sauenhalter)

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  2. Nadine Henke

    Das ist ja mal ein großes Gelege und beweist wieder einmal, dass unser Landwirtschaftsminister wenig mit Fachwissen gesegnet ist. Das sich das Ministerium überhaupt dazu äußert ist peinlich!
    Vielleicht sollte Herr Meyer mal einen (gerne auch unseren) Sauenstall besuchen und eine ferkelnde Sau beobachten, dann wüßte er, warum man es Wurf nennt…

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  3. Kamper

    Ja ja, Cem Özdemir: Schweinen “ den Rüssel abschneiden muss, weil es in den Ställen so eng ist, dass es anders gar nicht mehr geht“ Und Meyer läßt Ferkel legen. Unsere Öko-Terroristen zeichnen sich durch hohes Fachwissen aus.

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  4. Stefan Flemer

    Auch ein grüner Minister darf mal einen Versprecher haben. Aber diesen Versprecher auch noch so unfassbar naiv und unwissend zu kommentieren, das ist alles andere als schlau. Die Grünen regieren nicht sie belehren. Bin gespannt wann Sie uns erklären das die Erde in Wirklichkeit eine Scheibe ist.

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  5. Bert

    Ich würde mal so gerne einen Landwirtschaftsminister aus Niedersachsen im Hause haben… Doch vorher solle er mir bitte den Lebenslauf von Geburt bis zum Tode eines solchen Tieres erklären und welche vorraussetzungen es um das gute Wohl benötigt.
    Einfach nur schade das man eine soo große Bevoelkerungsgruppe so einfach blenden kann, und kaum jemand weiß wie es in deutschen Ställen wirklich aussieht und alle nur geblendet werden.

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  6. edith

    Ueber einen „versprecher“ regt man sich auf, dadurch kann man das kernproblem der industriellen landwirtschaft wieder einfach ignorieren! Hormone im trinkwasser, nitrat in zu hohen mengen im grundwasser, resistenz bei bakterien.wg
    Zu hoher antibiotikagaben! Hut ab vor der.neuen nds
    Landesregierung! Ueber diesen schnitzer kann ich nur laecheln, ueber die kommentare nur schreien. Leute, denkt endlich um

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    1. Kalle

      @edith

      Bitte informieren Sie sich erst mal, bevor sie ihr Unwissenheit hier Preis geben.
      Hormone im Trinkwasser kommen fast ausschließlich aus der humanmedizin. Stichwort ‚Pille‘.
      Nitrat in leicht erhöhter Konzentration kommt ebenfalls in nicht unerheblichen Anteil aus defekten abwasserrohren der Kanalisation.
      In Sachen Antibiotika ist auf animal health online gerade noch ein E Studie veröffentlicht worden. Dabei konnte kein Zusammenhang zwischen den resistenzen von Tieren und in der humanmedizin nachgewiesen werden. Ein Mensch braucht pro Jahr etwa das 20!!! fache an Antibiotika je kg, wie ein Tier in Deutschland. Wenn ich mir dann noch die Laschen Hygiene Vorschriften in Krankenhäusern angucke dann sollte jedem bewusst sein, das dies die Probleme sind.

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